OSCHWALD bleibt auf dem Teppich

OSCHWALD verkauft Natur und Design zugleich und liegt damit genau im Trend

Ein ordentlicher Bodenbelag macht den Unterschied zwischen Hausen und Wohnen aus. Und wer besonders gut wohnen will, spart nicht an der falschen Stelle, egal ob er einen Teppichboden, einen Kunststoffbelag oder ein Holzparkett legen lässt. Die Spezialisten des Waldkircher Raumausstatters Oschwald kennen sich in diesen Fragen aus.

Ob private Häuser oder Villen, Hotels, Krankenhäuser oder Bürogebäude: Je nach Nutzung eines Raumes ist der eine oder andere Stoff besser geeignet. Moderner Teppichboden zum Beispiel reguliert die Raumfeuchtigkeit besser als Parkett, weiß man bei Oschwald.

Entstanden ist das Unternehmen aus einer Sattlerei, die Rudolf Oschwald 1897 in Elzach eröffnet hat. Seine Nachfahren sind unterschiedliche Wege gegangen, ein Familienzweig ist in Elzach geblieben, der andere hat sein Quartier 1986 in Waldkirch aufgeschlagen.

Daraus wurde ein Unternehmen mit derzeit 40 Beschäftigten und internationalem Ruf. Wie die Sattler und Polsterer aus früheren Zeiten kümmern sich die Waldkircher auch heute noch mit Blick auf das Ganze um die Innenausstattung von Räumen. Allerdings sind Gardinen und erlesene Möbel bei Oschwald „nur“ Nebenschauplätze.

Bei den Bodenbelägen hat sich das Unternehmen in Fachkreisen bundesweit eine führende Stellung erarbeitet, vor allem auch als Produzent von Bodenbelägen aus Naturfasern und Schurwolle. Böden, wie sie kein anderer Anbieter führt.

Die Perle dieser Naturprodukte ist die Kollektion „Geysira“: Die Wolle des Bodens stammt von robusten Schafen aus Island, sie wird dort im Dampf der Geysire gewaschen und so belassen, wie sie von Natur auswuchs. Die Teppichböden daraus sind daher weiß, grau oder braun.

Sie sind in Leistung und Haltbarkeit den konventionellen Böden ebenbürtig und ihnen in Bezug auf Geruch und gesundheitliche Verträglichkeit weit überlegen. Das hat Oschwald bereits zwei Mal Preise von Öko-Test und der Stiftung Warentest eingebracht.

Die „Geysira“-Teppichböden wurden sogar für den Deutschen Design-Preis vorgeschlagen, das gilt in der Branche so viel wie beim Film eine Oskar-Nominierung. Dabei sind die Böden mit Preisen zwischen 30 und 60 Euro für den Quadratmeter gar nicht mal teurer als konventionelle Beläge.

"Wir glauben, dass Umweltschutz und Qualität zusammen gehen." Wilfried Oschwald, Seniorchef

„Wir glauben, dass Umweltschutz und Qualität zusammen gehen.“ Wilfried Oschwald, Seniorchef

Ökologische Missionare sind die Oschwalds nicht, sie betreiben das Geschäft mit pragmatischer Überzeugung. „Wir glauben, dass Umweltschutz und Qualität zusammen gehen“, erklärt Seniorchef Wilfried Oschwald, der die Geschäftsführung in Kürze an seinen Sohn Dirk Oschwald (34) abgeben wird. Als weiterer Geschäftsführer ist Gerhard Hörmann dabei. Wilfried Oschwald war in den 80er-Jahren mit dem Solarpionier Georg Salvamoser und demSolararchitekten Rolf Disch in Freiburg in einer Genossenschaft aktiv, die sich mit dem ökologischen Bauen beschäftigt hat. Damals entstand die Idee mit den naturbelassenen Bodenbelägen.

Oschwalds Credo ist zum Firmenslogan geworden: Natürlich schöner wohnen. „Das kommt bei einer wachsenden Schicht von jungen Konsumenten gut an“, weiß Juniorchef Dirk Oschwald. Man nennt sie „Lohas“,weil das besser klingt als Ökos. Lohas pflegen einen „Lifestyle of Health and Sustainability“, sagt die Trendforschung.

Ein durchaus kaufkräftiges, aufgeklärtes Publikum, das bereit ist, für biologische, nachhaltige, fair gehandelte und umweltfreundliche Produkte ein paar Euro mehr auszugeben. Das auch hinterfragt, wer von Produktion und Absatz profitiert und Kinderarbeit und Ausbeutung von Mensch und Natur gar nicht gut findet. Mit ihren Naturböden legt das Familienunternehmen Oschwald diesem Publikum den richtigen Teppich aus.

Aber nicht nur ihm. Über Oschwalds Auslegware gehen Kunden von Burberry-Shops in ganz Europa. Bei der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006 sind Angela Merkel, „der Kaiser“ und Pelé in Leipzig über Oschwalds zweieinhalb Kilometer langen Teppich ins Stadion geschritten.

Das gute Stück ist als weltgrößter Teppich in das Guinness-Buch der Rekorde gelangt. Auf Oschwalds Nadelfilz wurden auch Davis-Cup-Spiele in deutschen und Schweizer Tennishallen ausgetragen. Und in London ist Nike bereits jetzt dabei, ein Sportler-Zentrum für die nächsten Olympischen Spiele einzurichten. Mit Oschwalds Bodenbelägen.

Das sind die spektakulären Aufträge, über die sich die Waldkircher Unternehmer natürlich freuen, aber das Geschäft in der Region ist ihnen wichtiger. Sei es die Ausstattung der Freiburgerb Bahnhofszeile, des Konzerthauses, der Industrieunternehmen Sick und Hüttinger oder jetzt die des neuen X-Press-Centers in der Schnewlinstraße in Freiburg.

Ungefähr 100000 Quadratmeter Bodenfläche belegen die Waldkircher jedes Jahr. Parkett und Laminat liegen mit 60000 qm vor dem Teppichboden (20000Quadratmeter). Die Auftragslagen ist gut, die regionale Wirtschaft ist stabil, es gibt neue Büros und Zuzügler, die Häuser bauen oder Wohnungen kaufen, die ausgestattet werden müssen. Oschwald wird daher auch weiterhin auf demTeppich bleiben.

Dieser Artikel erschien 5.10.2008 in der „Sonntagszeitung“ und wurde von dem freien Journalist Heinz Siebold geschrieben.